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Interessengemeinschaft der Elternvertreter der Gymnasien im Kreis Steinfurt Protokoll der Sitzung vom 13. Februar 2006 im Hotel Hubertushof in Ibbenbüren
Thema des Abends war der Erfahrungsaustausch: Wie funktioniert die Umsetzung des Schulgesetzes Erfahrungsaustausch zum Abitur nach 8 Jahren - G8 - ergibt: In allen Schulen werden in den jetzigen Klassen 5 weniger Stunden erteilt als im Lehrplan vorgesehen. Lediglich das KvG in Mettingen erteilt in der bilingualen Klasse mehr Wochenstunden als die anderen Gymnasien. Die Übermittagsbetreuung lässt fast überall deutlich zu wünschen übrig: keine geeigneten Räume, kein warmes Essen, fehlende Unterstützung durch die Schulträger. Bestenfalls werden durch Caféterien oder Anlieferung durch Catering-Firmen Mittagsangebote gemacht, an einigen Schulen müssen die Schüler bis 16.00 Uhr ohne ein angemessenes Essen auskommen. Weit entfernt ist das Gesetz, gerade auch in diesem Punkt, von dem formulierten Vorsatz „kostenneutral“ zu sein. Auch der Schülertransport am Nachmittag ist durch den RVM weiterhin nicht zufrieden--stellend geregelt, vor allem betroffen sind die Schulen mit einem hohen Anteil an Fahrschülern (z.B. Mettingen mit 50% Fahrschülern). Lengerich und Tecklenburg können aufgrund der Einsparungen im ÖPNV erst um 8.20 Uhr mit dem Unterricht beginnen. Die 6-Tage-Woche ist als Lösung für die zusätzlich anfallenden Stunden bisher noch nicht richtig in die Diskussion geraten. Den praktischen Auswirkungen durch die neue Gesetzgebung (erhöhte Stundenzahl, Nachmittagsunterricht in der Erprobungsstufe, de-facto-Ganztagsbetrieb) wird an den Schulen im Kreis nicht Rechnung getragen, die Rahmenbedingungen sind oft nur Provisorien. Die Eltern fassen daher den Beschluss, in der Anhörungsphase für das neue Schulgesetz die Bildungspolitiker der Regierungsparteien im Landtag in Düsseldorf um ein Gespräch zu bitten. Der Besuch soll durch A. Westermann, S. Vutz und K. Steinbeck vorbereitet werden. Vorbereitung auf das Zentralabitur Der Stoff für die Probeklausuren in der 12 scheint nicht eindeutig definiert zu sein, nur einige Gymnasien nehmen an den Probeklausuren teil. Die 12 ist gehörig unter Druck, der teils aus der Unsicherheit der Lehrer resultiert. Teilzentrale Prüfungen in der Jahrgangsstufe 10 Die Kreiselternschaft schließt sich der Position der Landeselternschaft an, dass die Prüfungen zum Mini-Abitur in der 10 unsinnig sind. Abgelehnt werden sie vor allem, da sie einerseits als schulformübergreifende Abschlussprüfungen am Gymnasium durchgeführt werden sollen, andererseits geht durch die zeitraubende Prüfung wertvolle Zeit in der Vorbereitung auf die Oberstufe verloren. Fraglich ist auch, was mit dieser „Zäsur“-Prüfung passiert, wenn die ersten Schüler das Abitur nach 8 Jahren machen sollen. Das Positionspapier der Landeselternschaft ist unter: www.le-gymnasien-nrw.de zu finden oder unter „schulen-aktiv.de“ als pdf-Datei unter „Informationsmaterial“ abrufbar. Die Lernstandserhebungen in Klasse 9 werden grundsätzlich positiv bewertet; mit sehr viel Aufwand sind sie an den Gymnasien analysiert und in den Schulkonferenzen präsentiert worden. Die Eltern schließen sich der Kritik der Fachkonferenzen (D, E, M) an, dass die Aufgabenstellungen zum Teil undeutlich und Bewertungskriterien nicht immer klar waren. Rückmeldungen an die Schüler ergingen zum Teil in Papierform, zum Teil über Internet Accessnummern. Leider sind nach der Auswertung nur selten Konsequenzen gezogen worden, wie beispielsweise Förderunterricht. Wünschenswert wäre eine individuelle Beratung mit einer entsprechenden Lernempfehlung für Schüler, die schlecht abgeschnitten haben. Diskussion „Was ist guter Unterricht?“ Diese Diskussion bewegt fast jeden, der mit Schule zu tun hat; die direkte Diskussion dieses Themas findet jedoch nur vereinzelt statt. In Greven wurde beispielsweise eine AG eingerichtet, in der Schüler, Lehrer und Eltern paritätisch beteiligt sind. Stellwände und Heftzettel wurden in der Pausenhalle aufgestellt - jeder konnte seine Vorstellungen formulieren. Anschließend wurden durch die AG Leitziele aufgestellt. In fast allen Schulen gibt es allgemein formulierte Grundsätze des Miteinanders, die Teil des Schulprogramms sind. Deutlich wurde aber im Gespräch, dass immer wieder eklatante Fälle von schlechtem Unterricht viel zu lange toleriert werden. Daher ist es dringend notwendig, intensiver miteinander ins Gespräch zu kommen. Transparenz von Leistung, Bewertung, Beschlüssen und Zielen sollte ein wesentlicher Baustein des Miteinanders sein; so liegen beispielsweise am Augustinianum die Protokolle der Fachkonferenzen für alle einsehbar in der Bibliothek aus. Grundsätzlich soll es nicht darum gehen, einzelne zu diffamieren und bloßzustellen, sondern Bewertungskriterien zu definieren, die von allen getragen werden. Kontrovers diskutiert wurde der im Gesetz angelegte Anspruch der Eltern, besuchsweise am Unterricht teilzunehmen. Während einige Eltern eine „Showveranstaltung“ oder auch eine starke Ablehnung seitens der Schüler und Lehrer befürchteten, waren andere der Meinung, allein die Ankündigung, den Unterricht besuchen zu wollen, bedinge schon eine Verbesserung. Eine Kultur des offenen Umgangs miteinander sollte eigentlich gelegentliche „Tage der offenen Tür“ für die Eltern möglich machen. „Unterarbeitsgruppe G8“ Am KvG in Mettingen hat sich eine Elterngruppe der Klassen 5 gebildet, die die Umsetzung des Abiturs nach 8 Jahre beobachtet. Es wäre sinnvoll, wenn sich aus dem Kreis der hier vertretenen Gymnasien noch weitere interessierte Eltern fänden. Dies soll in den Schulpflegschaften angeregt werden. Möglicherweise könnten sich die „G8-Eltern“ zeitgleich mit den Kreiseltern treffen. Nächster Termin: Der Treffpunkt Ibbenbüren ist gut angenommen worden; das nächste Treffen findet daher wieder im Hotel Hubertushof in Ibbenbüren statt, am Montag, den 24. April 06 um 20.00 Uhr. |
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