Schulzeitverkürzung und Zentralabitur-

Sind unsere Schulen darauf vorbereitet?

Podiumsdiskussion am 8. März in Emsdetten

 

 

Die Fakten

Das kürzlich verabschiedete neue Schulgesetz in NRW bringt für die Gymnasien einige wichtige Änderungen. Im Jahr 2007 wird es erstmals ein Zentralabitur geben. Dies betrifft die Schüler, die zurzeit die 11. Jahrgangsstufe besuchen. Die Prüfungsaufgaben werden dann nicht mehr von den Fachlehrern der einzelnen Schule gestellt, sondern zentral und damit einheitlich für alle Abiturienten eines Jahres in NRW.
Teilzentrale Prüfungen am Ende der 10. Klasse wird es schon im kommenden Jahr geben. Die größte Veränderung ist die Verkürzung der Schulzeit. Die Schüler, die in diesem Sommer zum Gymnasium wechseln, werden schon nach zwölf Schuljahren das Abitur machen. Daraus folgt, dass die Wochenstundenzahl erhöht wird und die 2. Fremdsprache in der 6. Klasse beginnt.

Einheitliche Prüfungen, einheitliche Bewertung - was nach Chancengleichheit aussieht, ist nach Meinung vieler Eltern eine Mogelpackung. Gleiche Prüfungen setzen voraus, dass die Vorbereitung darauf an allen Schulen von gleicher Qualität ist – und um diese Qualität machen sich Eltern und Schüler Sorgen. Gekürzter Unterricht, Stundenausfall, große Klassen – das ist die Realität an den Schulen auch in unserer Region, so dass von gleichen Bedingungen nicht die Rede sein kann.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Interessengemeinschaft der Elternvertretungen der Gymnasien im Kreis Steinfurt ( www.schulen-aktiv.de ) am Dienstag, den 8. März 2005 um 19.30 Uhr in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Stundenausfall + zu große Klassen = Zentralabitur nach 12 Jahren?“.

Um Unterrichtsausfälle zu kompensieren und eine gute Vorbereitung auf die zentralen Prüfungen zu ermöglichen lautet die Forderung der Elterninitiative folgerichtig: „Mehr Lehrer – kleinere Klassen und Kurse!“

Eine weitere Sorge der Eltern sind die praktischen Konsequenzen der Schulzeitverkürzung für die künftigen Fünftklässler. Die Erhöhung der Wochenstundenzahl bedeutet zwangsläufig Unterricht am Nachmittag und/oder das Ende des schulfreien Samstages. Für die große Zahl von Fahrschülern in unserer Region  (an manchen Schulen bis zu 50 %) müssen für eine Übermittagbetreuung an vielen Schulen erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden wie Aufenthaltsräume und Möglichkeiten zur Verpflegung.

Viele Eltern von jetzigen Viert- und Fünftklässlern sind zudem besorgt, dass diese beiden Jahrgänge im Jahr 2013 gleichzeitig Abitur machen und damit um Studien- und Ausbildungsplätze konkurrieren werden.

Dies alles soll in Emsdetten zur Sprache kommen. Die Veranstaltung wird von Sketchen Emsdettener Schüler eingeleitet. Auf dem Podium werden Vertreter der vier großen Parteien und Bildungsexperten vertreten sein. Moderiert wird die Diskussion von Michael Pegel (Radio RST). Der Eintritt ist frei.

Für alle Fragen und Sorgen, die an diesem Abend nicht geäußert werden können, gibt es die Möglichkeit sie schriftlich zu notieren. Die Elterninitiative hält dafür Karten bereit und bemüht sich um eine Beantwortung auch nach der Veranstaltung.