Am 9.3.2005 fand in Emsdetten die Podiumsdiskussion

 

    Stundenausfall

+  zu große Klassen

= Zentralabitur nach 12 Jahren

 

statt. Die Fragen und Anmerkungen, die nach der Veranstaltung schriftlich formuliert worden sind, werden im Folgenden in drei großen Themenkomplexen zusammengefasst:

I Qualität und Quantität

II Chancengleichheit

III Folgewirkungen

 

I Qualität und Quantität

Fragen:

Zentralabitur
Ich befürchte, dass interessante Unterrichtsinhalte gestrichen werden (fächerübergreifende Projekte, Inhalte mit regionalem oder aktuellem Bezug, Inhalte nach speziellen  Schülerinteressen), aus Sorge, nicht ausreichend auf die abiturrelevanten und typischen Inhalte und Aufgabentypen vorzubereiten. Das wäre sehr schade und würde vielleicht noch mehr Schulmüdigkeit produzieren. Vielleicht wäre als Alternative eine teilzentrale Prüfung sinnvoll.

Ressourcen nutzen
Es sollte nicht nur nach mehr Geld und neuen Lehrern verlangt werden, sondern mögliche Ressourcen der bestehenden Schulen genutzt werden. Fächerübergreifendes Lernen, mehr Transparenz des Unterrichtes, … dafür vielleicht weniger Konferenzen.

Ressourcen nutzen
Am heutigen Abend kam mehrfach zur Sprache, dass die finanziellen Ressourcen knapp bemessen sind. Welche anderen Möglichkeiten gibt es? Die Ideen von Herrn Schmitter scheinen mir da hilfreich. Vor allem die Forderung nach mehr Teamarbeit unter den Lehrern; durch Austausch und gemeinsames Arbeiten sind die Ungerechtigkeiten durch unterschiedlichen Unterricht evt. zu minimieren. – Wie kann so etwas gelingen? Wird es vermehrt  Lehrerfortbildungen in dieser Richtung geben? Wird an der Ausbildung der Lehrer etwas verändert? Werden die Lehrer anderweitig entlastet, um Kapazitäten für Teamarbeit zu schaffen?

Förderunterricht
Wird nur sporadisch durchgeführt, wird „grundlos“ abgeschafft, obschon Lehrer bereit dazu sind.

Förderunterricht
Es gibt Lehrer an unserer Schule, die zu einem Förderunterricht im Rahmen einer 7. Stunde bereit wären. Ist es möglich, diesen dann auch durchzuführen?
(Hannah-Arendt-Gymnasium, Lengerich)

Projekte, wie Musical-AGs, sportliche Aktivitäten
Wird es in Zukunft möglich sein, Freizeitangebote, Projekte, sportliche Aktivitäten, Musical-AGs etc. anzubieten, wodurch es den Schülern Spaß macht zur Schule zu gehen, und wodurch Selbstständigkeit und individuelle Entwicklung (auch Interessenentwicklung) gefördert werden können?


Die Qualitätssicherung in der Bildung ist auch unter der Vorgabe „Schulzeitverkürzung und Zentralabitur“ das Hauptproblem. Personalpolitik und finanzielle Ausstattung der Schulen sind eng damit verknüpft:

Unsere Sorgen:

Deshalb ergeben sich folgende Fragen:

 

II Chancengleichheit

Fragen:

Abi nach 12 Jahren
Es gibt bei den Schüler/innen, die bereits das Abitur nach 12 Jahren erlangen sollen, oft das Problem, dass ihre Lehrer/innen nicht genau über den zu erreichenden Lernstand informiert sind. Somit kommt es bei den Lehrer/innen oft zu einer Angst, diese Lernstände nicht zu erreichen, woraus ein zu schnelles Fortschreiten mit dem Unterrichtsstoff resultiert. Dieses verursacht bei den Schülern wiederum Angst und Stress. Ich möchte anregen, Gegenmaßnahmen zu entwerfen. Die vermutlich einzig realistische ist, die Lehrer über die zu erreichenden Lernstände (also den zu behandelnden Stoff) besser zu informieren.
(Graf-Adolf-Gymnasium, Tecklenburg)

Zentralabitur – Chancengleichheit
Welchen Ausgleich gibt es, wenn Unterricht in der Oberstufe längerfristig ausfällt? Sehen die Erlasse Ausnahmeregelungen vor? Ist es möglich, dass Schüler nach einem Unterrichtsausfall im folgenden Jahr (Rechts-)Anspruch auf Förder- oder Zusatzunterricht haben, um Versäumtes aufzuholen? Oder kann der Fachlehrer in einem solchen Fall eine Abituraufgabe streichen und durch eine eigene ersetzen?
(Gymnasium Martinum, Emsdetten)

Unsere Sorgen:

Daraus ergeben sich folgende Fragen:


III. Folgewirkungen aus dem Schulgesetz

Fragen:

Wie werden Nachteile im ländlichen Raum ausgeglichen? Schülern fehlen 2 Stunden Zeit pro Tag, durch die Fahrzeiten.
(Graf-Adolf-Gymnasium Tecklenburg)

Warum werden die Rahmenbedingungen nicht ausreichend bedacht? Ganztagsschule setzt ausreichende räumliche Möglichkeiten voraus, eine Mensa ist zwingend notwendig.
(Graf-Adolf-Gymnasium Tecklenburg)

Unsere Sorgen:

Folgewirkungen, die noch nicht bedacht/geklärt sind

.           für die Schulträger
            .           für die außerschulischen Angebote

Durch die Schulzeitverkürzung von 9 Jahren auf 8 Jahre werden die erteilten Stunden erhöht (von 179 auf 188). Folglich wird vermehrt Unterricht am Nachmittag stattfinden müssen.
Mit wenig Vorlaufzeit und geringen finanziellen Mitteln müssen also Bedingungen für eine ganztägige Schule geschaffen werden.
Die wenigsten Gymnasien sind so ausgestattet, dass beispielsweise eine angemessene Mittagsmahlzeit für die Schülerschaft angeboten werden kann.
Auf der Kostenseite stehen: Cafeteria, bzw. Mensa, entsprechende Sitzgelegenheiten, Personal. Im ländlichen Raum muss auch der Schülertransport durch zusätzliche Busverbindungen ergänzt werden.

Das neue Schulgesetz tritt zu einer Zeit in Kraft, in der sich viele Kommunen in finanziellen Engpässen, zum Teil sogar in Haushaltssicherungskonzepten befinden.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

Fehlende Ganztagsschulen-Kultur

Diesen fehlenden Voraussetzungen für eine Ganztagsschule steht ein hochwertiges Angebot von außerschulischen Nachmittagsangeboten entgegen, die durch Sportvereine, Musikschulen, Kirchen geleistet werden.

Schaffung einer Angleichungsklasse/Übergangsklasse in der 11

Schüler, die nach der 10. Klasse von der Hauptschule oder Realschule auf das Gymnasium wechseln, sollen in einer Übergangsklasse 11 ein zusätzliches Jahr beschult werden.